BOLTEbloggt

Ausstellung „Von Toten lernen“ – gucken bis zum Kotzen

skeletons-1617539_1920-mediumSo eine Ausstellung über Leichen und wo man mal so richtig reingucken kann, in so einen Menschen, ist doch eine tolle Sache für einen Krimiautor. Dachte ich. Gucken bis zum Kotzen – ich bin doch zartbesaiteter als ich dachte.

Am Wochenende war die Ausstellung „Von Toten lernen“ zu Gast in Peine. Ich hatte einen recht engen Terminplan, aber so ein Stündchen durch die Ausstellung wandern sollte drin sein. Immerhin konnte man so mal richtig reinschauen, in einen Menschen. Ein Bildungsausflug sozusagen. Will ich doch mehr als einen Krimi schreiben und vielleicht mal ein bisschen blutiger zur Sache gehen als bislang. Da kann es schon hilfreich sein zu wissen, wo denn die Organe und das ganze Gedönse so im Körper liegen und wo man zustechen müsste, wenn man…. sagen wir mal, es richtig machen möchte.

15 Euro Eintritt waren schon eine Hausnummer. Aber man versprach ja auch 200 Exponate und jede Menge Infos. Die Infos gab es dann auch: ultralange Schautafeln, bei deren Betrachtung eine Nackenstarre inklusive war. Viel Hintergrundwissen, viel Fachwissen. Erinnerte an Wikipedia. War nicht mein Ding. Dann die erste Begegnung mit einer Leiche: ich war schockiert. Sieht ganz schön komisch aus in uns. So viel Zeug da drin. Und dann das Kopfkino, das einfach nicht aufhörte Horrorszenarien zu produzieren. Da half auch die Bemerkung meiner Begleitung „Gleich springt der hoch“ nicht, meinen Magen etwas zu beruhigen.

Glücklicherweise hatten die Veranstalter das Zirkuszelt gut belüftet. Ständig Frischluftzufuhr sorgte dafür, das ich fest in meinen Schuhen blieb. Vorerst. Zu sehen gab es wirklich viel. Durch eine recht gute Beschriftung des ganzen Zeugs bin ich nun etwas schlauer. Schlauer auch im Hinblick darauf, dass sich mir bei sowas der Magen umdreht. Um es mal aufzulösen: gekotzt habe ich nicht, doch ich war den ganzen Tag mehrfach kurz davor. Und auch jetzt beim Schreiben steht es mir schon wieder bis zum Hals.

Was mich richtig schwer beeindruckt und auch schockiert hat, war der Bereich mit den Embryonen. Sollte in meiner Gegenwart nochmal jemand behaupten, ein sechs Wochen alter Embryo ist nur ein Klumpen Gewebe, den lade ich höchstpersönlich zu dieser Ausstellung ein!!!

Rund eine Stunde haben wir uns dort herumgetrieben. Dann war mir das einfach zu viel. Raus musste ich, als ich zum Schaukasten mir der Haut kam. Das musst du dir mal vorstellen: nur Haut. Ein Anzug aus Haut. Nix drin. Bäh.

Alles in Allem eine beeindruckende Ausstellung mit ganz vielen neuen Erfahrungen. WOW. Ich glaub, ich muss kotzen…..

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*